Vom Müller zum Metzger – wie 1905 unsere Geschichte begann

Unsere Wurzeln liegen an der Sterzbach

Hier liegen unsere Wurzeln

Philipp Wettengel stammte aus der Wettengelsmühle am Sterzbach in Langen. Als einer von mehreren Söhnen der Müllerfamilie entschied er sich jedoch nicht für das Müllerhandwerk, sondern wurde Metzger.

Als junger Metzgergeselle ging Philipp auf Wanderschaft. In Heckenbeck bei Bad Gandersheim lernte er Hermine Röbbel kennen, die später mit ihm nach Langen kam.

Gemeinsam legten Philipp und Hermine den Grundstein für unsere heutige Metzgerei: 1905 eröffneten sie ihr Geschäft an der Ecke Taunusstraße.

So begann unsere Geschichte – vom Müller zum Metzger.

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Metzgerei und „Zum goldenen Engel“

Das Bild aus dem Jahr 1922 zeigt die Metzgerei Wettengel, die Philipp und Hermine Wettengel 1905 gegründet hatten.

Zur Metzgerei gehörte damals auch ein eigener Ausschank mit dem Namen „Zum goldenen Engel“. Metzgerei und Gastwirtschaft waren damit eng miteinander verbunden – eine Kombination, die in dieser Zeit durchaus zum gesellschaftlichen Leben eines Ortes gehörte.

Philipp Wettengel war also nicht nur Metzger und Handwerker, sondern auch Unternehmer. Aus den Anfängen von 1905 hatte sich innerhalb weniger Jahre ein etablierter Familienbetrieb entwickelt.

Das Metzgerhandwerk war in Langen angekommen – und sollte von hier aus über mehrere Generationen weitergeführt werden.

Die Familie hinter der Metzgerei

Dieses historische Familienbild zeigt Philipp Wettengel I. und Philipp Wettengel II., Hermine Wettengel sowie die Töchter Elisabeth und Frieda.

Elisabeth war die erstgeborene Tochter von Philipp und Hermine. Sie starb leider bereits im Kindesalter.

Das Bild ist damit nicht nur ein Stück Firmengeschichte, sondern vor allem ein wertvolles Stück Familiengeschichte. Es zeigt die Generation, aus der sich unsere Metzgertradition entwickelte – von den Wurzeln der Familie Wettengel bis zur späteren Metzgerei Bode.

Eine Familie, ein Handwerk und eine Geschichte, die bis heute weiterlebt.

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Metzgerhandwerk, wie es damals war

Das Foto entstand vermutlich Ende der 1930er-Jahre, kurz vor dem Zweiten Weltkrieg. Es zeigt Philipp Wettengel gemeinsam mit seinem Sohn Arno und einem Rind.

Arno trat beruflich in die Fußstapfen seines Vaters und wurde ebenfalls Metzger. Später führte er die Metzgerei am Lutherplatz in Langen weiter.

Das Bild gibt einen eindrucksvollen Einblick in das Metzgerhandwerk dieser Zeit. Der Umgang mit den Tieren, die eigene Schlachtung und die anschließende Verarbeitung gehörten selbstverständlich zum täglichen Handwerk.

Vater und Sohn – zwei Generationen Metzgerhandwerk in Langen.

Frieda Wettengel – eine zweite Metzgergeschichte entsteht

Auch Frieda Wettengel, eine Tochter von Philipp und Hermine Wettengel, blieb dem Metzgerhandwerk ihrer Familie verbunden.

Sie heiratete Ludwig Cornelius und ging nach Mannheim. Das historische Foto zeigt Frieda an einem Verkaufsstand – und damit ganz praktisch bei dem, was sie bereits aus dem elterlichen Betrieb in Langen kannte: dem Verkauf von Fleisch- und Wurstspezialitäten.

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1947 eröffneten Frieda und Ludwig einen Großhandel, 1950 folgte eine eigene Hausmetzgerei in Mannheim. Damit legten sie den Grundstein für das heutige Unternehmen Cornelius Wurstwaren in Hockenheim.

Ihr Sohn Willi führte das Metzgerhandwerk weiter und baute die Produktion aus. Heute wird das Familienunternehmen von der nächsten Generation fortgeführt.

Damit entstanden aus den gemeinsamen Wurzeln der Familie Wettengel zwei bemerkenswerte Wege: unsere Metzgerei Bode in Langen und die Familie Cornelius in der Pfalz.

Das Metzgerhandwerk verbindet beide Familiengeschichten bis heute.

Lutherplatz

Arno Wettengel – Metzger am Lutherplatz

Auch Arno Wettengel, Sohn von Philipp und Hermine, entschied sich für das Metzgerhandwerk.

Die Familie Wettengel betrieb am Lutherplatz in Langen zunächst eine Filiale ihrer Metzgerei. Später führte Arno diesen Betrieb als eigene Metzgerei weiter und setzte damit die handwerkliche Tradition seines Vaters fort.

Der Lutherplatz sollte auch für die nächste Generation unserer Familie eine wichtige Rolle spielen. Horst Bode, der Sohn von Arnos Schwester Irma, arbeitete viele Jahre bei seinem Onkel Arno.

Für Horst war Arno weit mehr als nur sein Onkel und Arbeitgeber. Er erzählte später häufig von dieser Zeit und bezeichnete Arno, wenn es um das Metzgerhandwerk ging, als eine Art Ziehvater.

So wurde am Lutherplatz nicht nur Fleisch verkauft und Wurst hergestellt. Hier wurde auch das Wissen einer Metzgergeneration an die nächste weitergegeben – Wissen, das später seinen Weg zurück in die Metzgerei Bode in der Taunusstraße fand.

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Irma und Heinrich Bode – aus Wettengel wird Bode

Mit Irma Wettengel, der jüngsten Tochter von Philipp und Hermine Wettengel, beginnt ein neues Kapitel unserer Familiengeschichte – und der Name Bode kommt ins Spiel.

Irma heiratete Heinrich Bode. Während Irma von klein auf mit der Metzgerei ihrer Eltern verbunden war und im Ladengeschäft mitarbeitete, kam Heinrich aus einer ganz anderen beruflichen Richtung. Er war Berufssoldat und hatte mit dem Lebensmittelhandwerk selbst nichts zu tun.


Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg entstand im Haus von Irmas Eltern an der Ecke Gartenstraße/Taunusstraße ein Fisch- und Feinkostgeschäft. Irma führte den Laden und blieb damit dem Lebensmittelhandwerk ihrer Familie treu – wenn auch zunächst nicht der Metzgerei.

Das historische Foto zeigt die Innenansicht des damaligen Geschäfts und gibt heute einen seltenen Einblick in den Laden, in dem Irma über viele Jahre ihre Kunden bediente. Rund 25 Jahre wurde das Fisch- und Feinkostgeschäft geführt.

Irma und Heinrich hatten zwei Kinder: Horst und Monika Bode.

Und mit ihrem Sohn Horst sollte die Geschichte schließlich wieder zu ihren ursprünglichen Wurzeln zurückkehren. Sein Großvater Philipp Wettengel brachte ihn früh zum Metzgerhandwerk, später arbeitete Horst bei seinem Onkel Arno am Lutherplatz.

Aus Wettengel war Bode geworden – und mit der nächsten Generation wurde aus Bode wieder eine Metzgerfamilie.

Philipp Wettengel – eine Generation, die der Krieg beendete

Philipp Wettengel, der älteste Sohn von Philipp und Hermine Wettengel, trat wie sein Vater in das Metzgerhandwerk ein.

Damit schien zunächst klar, dass auch er die Familientradition fortführen würde. Gemeinsam mit seinem Bruder Arno gehörte er zur nächsten Metzgergeneration der Familie Wettengel.

Doch dazu sollte es nicht kommen. Philipp fiel im Zweiten Weltkrieg. Sein früher Tod bedeutete nicht nur einen schweren Verlust für die Familie, sondern veränderte auch den weiteren Weg des Familienbetriebes.

Das Metzgerhandwerk wurde schließlich durch seinen Bruder Arno Wettengel und später durch seinen Neffen Horst Bode weitergetragen.

So blieb auch Philipps Generation ein Teil der Geschichte, auf der unsere Metzgerei heute aufbaut.

Horst und Lydia Bode – ein Leben für die Metzgerei

Das Foto zeigt Horst und Lydia Bode im Jahr 2005 beim 100-jährigen Betriebsjubiläum – ein besonderer Moment für die ganze Familie.

Horst war mit dem Metzgerhandwerk groß geworden. Schon sein Großvater Philipp Wettengel begeisterte ihn dafür. Später arbeitete Horst viele Jahre bei seinem Onkel Arno Wettengel am Lutherplatz, der für ihn handwerklich zu einer Art Ziehvater wurde.

Gemeinsam mit seiner Frau Lydia führte Horst die Metzgerei über Jahrzehnte weiter. Dabei bewahrten sie nicht nur den Familienbetrieb, sondern auch das handwerkliche Wissen und viele der überlieferten Rezepturen der Familie Wettengel.

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Für Horst und Lydia war die Metzgerei nie einfach nur ein Geschäft. Familie und Betrieb gehörten zusammen. Auch als die nächste Generation längst Verantwortung übernommen hatte, blieben beide eng mit der Metzgerei verbunden.

Als 2005 das 100-jährige Bestehen gefeiert wurde, konnten Horst und Lydia auf eine außergewöhnliche Familiengeschichte zurückblicken – von Philipp und Hermine Wettengel bis zur nächsten Generation Bode.

Sie waren das Bindeglied zwischen der alten Metzgertradition der Familie Wettengel und der Metzgerei Bode, wie wir sie heute kennen.

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Markus und Sandra Bode – Tradition mit Zukunft

Dass Sandra einmal gemeinsam mit Markus eine Metzgerei führen würde, war zunächst alles andere als absehbar.

Eigentlich wollte sie mit einem Metzger nicht viel zu tun haben – und ausgerechnet Sandra war damals Vegetarierin. Keine besonders vielversprechende Ausgangslage für eine gemeinsame Zukunft in einer Metzgerei.

Aber die Liebe hatte andere Pläne.

Aus Sandra und Markus wurde ein Paar – und irgendwann wurde aus der Metzgerei nicht mehr nur Markus’ Familiengeschichte, sondern ihre gemeinsame.

Was 1905 mit Philipp und Hermine Wettengel begann, ist für uns heute nicht nur Tradition, sondern auch Verpflichtung. Eigene Schlachtung und Herstellung, Tiere möglichst aus der näheren Region, kurze Wege und ein respektvoller Umgang mit Tier und Lebensmitteln bestimmen unseren Weg.

Viele alte Familienrezepturen haben bis heute ihren festen Platz in unserer Produktion. Gleichzeitig entwickeln wir die Metzgerei immer weiter. Denn Tradition bedeutet für uns nicht, alles genauso zu machen wie früher.

Zu unserer Familie gehört auch unsere Tochter Katharina, die 2011 verstorben ist. Auch wenn sie heute nicht mehr bei uns sein kann, bleibt sie selbstverständlich ein Teil unserer Familie – und damit auch ein Teil dieser Geschichte.

Denn hinter inzwischen mehr als 120 Jahren Metzgereigeschichte stehen nicht nur Betriebe, Gebäude und Jahreszahlen. Es stehen Menschen dahinter – mit ihren eigenen Geschichten, ihren Umwegen und manchmal auch mit Wegen, die so ganz anders verlaufen als ursprünglich gedacht.

Tradition bedeutet für uns, zu wissen, woher man kommt – und daraus etwas für die Zukunft zu machen.

So schreiben wir die Geschichte weiter, die einst in einer Langener Mühle begann.